Introduction
In industriellen Umgebungen, in denen Trennmittel aufgetragen werden – insbesondere durch Sprühen –, müssen neben der Effizienz des Produktionsprozesses auch die Risiken durch potenziell explosionsfähige Atmosphären (ATEX) bewertet werden.
Die ATEX-Vorschriften bilden den europäischen Rechtsrahmen für die Herstellung, Installation und Verwendung von Geräten in explosionsgefährdeten Bereichen.
Je nach Formulierung können viele Trennmittel, insbesondere lösemittelbasierte Produkte, während der Anwendung entzündbare Dämpfe freisetzen. Treffen diese auf eine Zündquelle – etwa nicht entsprechend zertifizierte elektrische Geräte, elektrostatische Entladungen oder heiße Oberflächen –, steigt das Risiko erheblich.
Liegt der Flammpunkt einer entzündbaren Flüssigkeit über der höchsten Temperatur, bei der sie gehandhabt wird, kann sich keine explosionsfähige Atmosphäre bilden (EN 60079-10, Abschnitt 4.4.1). Anders ausgedrückt: Eine entzündbare Flüssigkeit kann sich nicht entzünden, solange ihre Temperatur unter ihrem Flammpunkt bleibt.
Ein entscheidender Punkt ist jedoch: Wird ein entzündbarer Stoff als Nebel freigesetzt – wie beim Auftragen eines Trennmittels mit einer Spritzpistole –, kann sich selbst unterhalb des Flammpunkts eine explosionsfähige Atmosphäre bilden.
Folgende Aspekte sind daher besonders zu beachten:
- Einteilung in ATEX-Zonen: Feststellen, ob bei der Anwendung eine Zone 0, 1 oder 2 entsteht, auch wenn dies nur vorübergehend oder örtlich begrenzt der Fall ist.
- Art des Trennmittels: Wenn der Prozess es zulässt, wasserbasierte Produkte bevorzugen, um das Risiko zu verringern.
- Auftragsgeräte: Spritzpistolen, Pumpen und elektrische Systeme müssen für die jeweilige Gerätekategorie zertifiziert sein.
- Kontrolle elektrostatischer Aufladung: Erdung, leitfähige Schläuche und die Kontrolle elektrostatischer Ladungen sind entscheidend.
- Ausreichende Lüftung: Eine gut ausgelegte Absauganlage kann die Ansammlung gefährlicher Konzentrationen verhindern und das Risiko erheblich verringern.
Durch eine Erhöhung des Flammpunkts kann ein Produkt unter Umständen nicht mehr als entzündbar eingestuft werden (über 62 °C). Es bleibt jedoch brennbar. Wenn ein brennbarer Stoff, ein Oxidationsmittel und eine Zündquelle zusammenkommen, können daher weiterhin explosionsfähige Atmosphären entstehen.
Die einzige Möglichkeit, das Arbeiten in ATEX-Bereichen zu vermeiden, ist folglich die Verwendung eines wasserbasierten Trennmittels.
ATEX-Sicherheit sollte nicht nur als Dokumentationspflicht betrachtet werden, sondern als fester Bestandteil der Anwendung von Trennmitteln in der Industrie. Eine angemessene Risikobewertung schützt Menschen und Anlagen und hilft zugleich, ungeplante Stillstände und rechtliche Haftungsrisiken zu vermeiden.
Zögern Sie nicht, uns für weitere Informationen zu kontaktieren.
